Kurzrezi: Jack The Giant Slayer (US; 2013)

Bryan Singer scheint mit Geld schlecht umgehen zu können. Schon SUPERMAN RETURNS bot erschreckend wenig Schauwerte angesichts des ebenso erschreckend hohen Budgets, nun tarnt auch JACK THE GIANT SLAYER seine rund 200 Millionen US$ hohen Produktionskosten sehr erfolgreich. Der Film folgt dem in letzter Zeit aufgekommenen Trend, simple Märchen und Geschichten fürs Kino irgendwie episch und auch für eine erwachsene Zielgruppe aufzubereiten. HANS UND DIE BOHNENRANKE heißt das zugrundeliegende Märchen, welchem das Drehbuch noch ein paar Wendungen und Ränke hinzudichtet, die den fertigen Film allerdings dennoch nicht gerade für eine Laufzeit von rund zwei Stunden prädestinieren. Wie im vergleichbar konzipierten SNOWWHITE AND THE HUNTSMAN bleibt die Aufregung beim Anschauen des Filmes im eher sublauwarmen Bereich. Hauptdarsteller Nicholas Hoult schafft es trotz spürbaren Bemühens nicht, seiner Heldenfigur Charakter zu verleihen, Jack ist eben der prototypische Märchenheld, der sich während des Abenteuers quasi selbst entdeckt. Der Zuschauer entdeckt an seiner Seite die gewohnte Märchenprinzessin, der pflichtgemäß auch eine Portion Abenteuerlust zuerkannt wurde, welche aber letztlich ihrer traditionellen Frauenrolle nur ein scheinfeministisches Feigenblatt vorhält.
Die zu schlagenden Riesen sind hässliche und tumbe Gesellen, über die man wenig mehr erfährt, als dass sie böse, gefährlich und damit zu bekämpfen sind. Zusätzlich sind sie auch sehr klischeehaft designt und wie der Rest des Filmes visuell alles andere als beeindruckend. In banalen Einstellungen zeigt Singer seine uninspiriert gestaltete und mittelmäßig getrickste Märchenwelt, wer hier auf beeindruckende Augenöffner a la HERR DER RINGE hofft, dürfte enttäuscht werden.
Immerhin schaut sich der Film zügig weg, ebenso zügig ist er aber auch wieder vergessen. Und man kann nur hoffen, dass dieser unselige Märchentrend alsbald ebenso vergessen ist und Geld sowie Talent wieder in echte Epen investiert werden. Genug lohnende Vorlagen gibt es ja.