Rezi: The Cold Light Of Day (USA, 2012)

Was für ein Schreck! Als Will Shaw von seinen Besorgungen in der nahegelegen Stadt zurück zum Boot, auf dem seine Familie und er den Spanienurlaub verbringen, kommt, muss er feststellen, dass die lieben Angehörigen verschwunden und das Boot verwüstet ist. Der Schrecken wird nicht kleiner, als die örtliche Polizei, statt ihm zu helfen, ihn zu überwältigen beabsichtigt. Nur Wills plötzlich hinzukommender und von Bruce Willis verkörperter Vater sorgt für eine erfolgreiche Flucht. Der Papa klärt seinen Sohn darüber auf, dass Bruder, Schwägerin und Mutti entführt wurden, um ihn zur Übergabe eines mysteriösen Aktenkoffers zu bewegen. Darüber hinaus wird Will informiert, dass der Vater nicht wie gedacht als Kulturattaché in der amerikanischen Botschaft arbeitet, sondern als Agent für die CIA. Wills Verwunderung weicht aber schon bald wilder Panik, als der Vater kurz nach einem Treffen mit anderen Agenten erschossen wird, und er nun gleich von mehreren Parteien gejagt wird.

Nichts ist, wie es scheint! Zumindest, wenn man noch nicht all zuviele Agententhriller gesehen hat, denn der ganz poetisch betitelte THE COLD LIGHT OF DAY bedient sich sehr großzügig bei den Genrestandards: Vom MacGuffin über die ja irgendwie immer verstrickte CIA bis hin zu internationalen Locations werden hier gewohnte Elemente aneinandergereiht, die einen routinierten Thriller ergeben, bei dem dann doch sehr viel so ist, wie es scheint, vor allem die Überraschungen. Plausibilität der Handlung und Glaubwürdigkeit der Charaktere sind offenbar ebenfalls gerade im Urlaub oder auf der Flucht, so dass der Zuschauer ob der diversen Ungereimtheiten schon ein erhebliches Maß an Großzügigkeit mitbringen muss, um an diesem von JCVD-Regisseur Mabrouk El Mechri immerhin recht stimmungsvoll und zügig inszeniertem Agentenreißer nicht den Spaß zu verlieren. Den Spaß offenbar schon längst verloren hatten die prominenten Stars, Bruce Willis wollte einmal mehr einen schnell verdienten Gagenscheck einstreichen, Sigourney Weaver spielt die intrigante CIA-Agentin lustlos overactend. Dem eigentliche Hauptdarsteller, Henry Cavill, fällt es trotz achtbarer Darstellerleistung schwer, gegen seine unsympathische Filmfigur anzukämpfen, ein wirkliches Mitfiebern fällt dem Zuschauer deswegen schwer. In den Actionszenen überzeugt der eher unbekannte Mime hingegen, glücklicherweise gibt es auch einige davon. Die Qualität der Action aus den BOURNE-Filmen wird allerdings nicht erreicht, obwohl der Regisseur sich hinsichtlich Kameragewackel durchaus von den Matt Damon-Filmen inspirieren ließ, was aber nicht über manch ungelenk montierten Shootout und unübersichtliche Verfolgungsjagd hinwegtäuscht.

THE COLD LIGHT OF DAY ist ganz klar wenig inspirierte Fließbandware, vergleichbar mit dem etwas stimmigeren Taylor Lautner-Vehikel ABDUCTED, die im Kino eher fehl am Platz war und trotz bekannter Namen im Videothekenregal besser aufgehoben ist.

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